Der Orden der Tempelritter

Die ersten Ritterorden, deren Ideal der „monachus et miles“ (Mönch und Ritter) war, entstanden erstmals im Hochmittelalter im Rahmen der Kreuzzüge im Heiligen Land, auf der Iberischen Halbinsel und im Baltikum.

 

Ein Ritterorden ist eine durch Ordensregeln verfasste Gemeinschaft von Rittern mit dem Hauptzweck einer ideellen oder karitativen Aufgabe. Das ursprüngliche Ideal lag im monachus et miles (Mönch und Ritter) der sich im Orden (lateinisch ordo = Ordnung, Stand) einem christlichen Zweck widmet

 

Zur Verteidigung des eroberten Heiligen Landes wurden ab etwa dem 12. JH Ritterorden gegründet. Sie sollten die Pilger schützen, verwundete und kranke Kreuzritter pflegen und natürlich die heiligen Stätten schützen. Die Ritterorden verbanden zwei eigentlich getrennte Lebensweisen miteinander: die der Ritter und die der Mönche.

 

Die bekanntesten Ritterorden sind der Templerorden, der Johanniter Orden und der Deutsche Ritterorden. An ihrer Spitze stand jeweils ein Hochmeister (oder Großmeister). Neben adligen Geistlichen gehörten meist auch nichtadlige Laienbrüder zum Orden. Die Ritter weihten ihr Leben Gott und lebten als christliche Gemeinschaft.

 

Auf dem Weg nach Palästina und dann in Jerusalem führen die Ordensbrüder Herbergen und Spitäler. Die Ordensmitglieder verpflichteten sich zu Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam und Waffendienst. Ihre militärische Bedeutung nahm ständig zu, die Orden wurden aber auch immer reicher, was auf Missfallen stieß. Die Ritterorden behielten ihren Einfluss lange über die Zeit der Kreuzzüge hinaus und einige existieren noch heute. 

 

Der Orden der Templer oder Tempelherren entstand im Jahre 1118, als mehrere Ritter beschlossen, den bewaffneten Schutz der Pilger zwischen dem Ankunftshafen und Jerusalem zu übernehmen. Diese Ritter schlossen sich zum „Orden der armen Ritter Christi“ zusammen und wirkten als eine Art Polizei der Kreuzfahrer Routen. Ordenshaus war der ehemalige Salomonische Tempel in Jerusalem. Daher der Name „Templer“.

 

Der Orden bestand nach dem Verrat und seiner Zerschlagung durch Papst Clemens V und Philipp IV am 22.3. 1312 und der Zergliederung im Verborgenen in vielen Ländern weiter. (Bulle: Vox in excelso). Am 2. Mai. 1312 wurden die Templergüter an die Johanniter übertragen (Bulle ad Providam).

Am 18.3.1314 wurden Jaques de Molay zusammen mit Geoffroy de Charnay auf dem Scheiterhaufen in Paris verbrannt. 

Obwohl nach offiziellen Quellen nahezu alle Templer in Frankreich verhaftet worden waren, wurden tatsächlich nur wenige Todesurteile vollstreckt und dies auch nur in Frankreich. So wurde zum Beispiel in Avignion, dem damaligen Papstsitz kein einziges Todesurteil vollstreckt. Außerhalb des unmittelbaren Machtbereiches von König Philipp IV. wurden die Templer überhaupt nicht verfolgt und teilweise sogar gänzlich in Ruhe gelassen. Viele der Templer flohen nach Spanien, Portugal bzw. setzten nach England und Schottland über. 

Rosslyn Chappel ist eines der bekanntesten Templer Bauwerke, die 150 Jahre nach der Zerschlagung des Templerordens errichtet wurde. Zahlreiche Symbole des Ordens finden sich in den Ornamenten der Kirche wieder. William Sinclair 3. Earl of Orkney, Baron of Rosslyn und 1. Earl of Caithness wird als erster Großmeister der Schottischen Steinmetzen (Freimaurer) genannt. Verschiedene andere Familienmitglieder hatten ebenfalls diese Funktionen über. 

 

Die Tradition wurde von Generation zu Generation weitergegeben und der Orden ist heute nach wie vor mit vielen Tausenden ehrenwerten Mitgliedern in verschiedenen Organisationen und Komtureien nach wie vor tätig. 

 

Der Ordenssitz des Templer Ordens in Österreich ist das Stift Neuberg an der Mürz in der Steiermark.

 

Die Geschichte des Stiftes geht auf das Jahr 1327 zurück. Es wurde von dem Habsburger Herzog Otto dem Fröhlichen aus Anlass der Geburt seines Sohnes  Friedrich gegründet. Der Herzog schenkte dem Kloster viele Gründe im oberen Mürztal und übertrug dem Abt des Klosters die niedere Gerichtsbarkeit über alle Güter. Als Tochterkloster von  Stift Heiligenkreuz, von wo die erstem Mönche kamen, gehörte es der Filiation der Primärabtei Morimond, im heutigen Fresnoy-en-Bassigny im Departement Haute Marne in der Region Grand Est in Frankreich an. Sie war eine der vier Primarabteien des Zisterzienser Ordens. 

 

1327 lebten 12 Mönche und der Abt Heinrich in Neuberg, im Meierhof des Wernhard aus dem Berg. Das Stift bildete den Kern der Besiedlung des oberen Mürztales. Zu dem den Zisterziensern inkorporierten Dekanat gehörten bis in das 19. Jahrhundert die Pfarreien Neuberg (St. Anna, dann Maria am grünen Anger), Mürzzuschlag, Langenwang und Krieglach, mit Pflegestellen in Kapellen und Mürzsteg.

 

Die Templer hatten historisch immer eine große Nähe zu den Zisterziensern und wurden als Brüder mit Waffen immer schon vom Orden anerkannt. Der Habit der Zisterzienser war mit der Kleidung der Templer ident und ist es bis heute. Der einzige Unterschied zwischen den Brüdern war das rote Templer Kreuz auf weißem Gewand – und das Schwert, das sie als Mönchs-Krieger kennzeichnete und sie als solche auch auszeichnete.

 

Als Bernhard 1153 starb, waren allein von Clairvaux aus 67 Klöster gegründet worden; insgesamt zählte der Zisterzienser Orden 343 Klöster im ganzen bewohnten Erdkreis. Darunter befand sich auch das 1133 gegründete Zisterzienser Kloster Heiligenkreuz.  

 

Wir haben den Templer Orden nun wieder in Österreich erweckt und unsere Pforten für Interessierte geöffnet. Schwester Orden sind in Frankreich, Spanien, Italien, England, Schottland, Deutschland und Ost-Europa tätig. Befreundete Orden arbeiten aber auch in den USA und Kanada. Der Orden tritt nun wieder in die Öffentlichkeit und setzt sich für unsere christliche Kultur und Lebensweise ein. Wir unterstützen Notleidende sowohl in Österreich als auch im Ausland. Caritas ist ein Bestandteil der ritterlichen Kultur. Diese pflegen wir und diese leben wir.